15:00
03. Nov
( Diskussion / Vortrag )
Zwischen Repräsentation und Othering
Wie entstehen Zuschreibungen, Stereotype und das gesellschaftliche „Anders-gemacht-Werden“ – und welche Konsequenzen hat das für die kuratorische und dramaturgische Praxis? Die Veranstaltung verbindet sozialpsychologische Erkenntnisse mit den Erfahrungen von Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen.

Ausgangspunkt sind die Erkenntnisse des Psychologen Bertolt Meyer aus seinem Buch „Anders. Was wir aus der Psychologie über den Umgang mit Unterschieden lernen können“. Sie eröffnen eine neue Perspektive auf die Entstehung gesellschaftlicher Zuschreibungen und bilden den Ausgangspunkt für die zentrale Frage der Veranstaltung: Wie können Kulturinstitutionen Repräsentation so gestalten, dass sie Vielfalt sichtbar macht, ohne Othering zu reproduzieren? Welche Rolle spielen dabei kuratorische Entscheidungen, Dramaturgien, Sprache und institutionelle Routinen?

Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmenden Wissen und Handlungssicherheit zu vermitteln, damit Vielfalt in der Programmarbeit differenziert gestaltet werden kann – jenseits von Stereotypen, Othering und symbolischer Repräsentation.

Othering
Othering (auf Deutsch etwa „Anders bzw. Fremd Machen“) beschreibt ein Phänomen, bei dem eine gesellschaftliche Gruppe von einer anderen abgrenzt wird, indem sie als anders, fremd, exotisch oder sogar „abnormal“ gekennzeichnet wird. Dabei werden Unterschiede betont und Gemeinsamkeiten nicht beachtet. Die Gruppen werden dadurch als sehr geschlossen und starr dargestellt. In der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung wird oft das Besondere und Außergewöhnliche hervorgehoben, anstatt die Behinderung als eine Eigenschaft neben vielen anderen zu verstehen.

Podium
Bertolt Meyer, geboren 1977 in Hamburg, ist Hochschullehrer, Psychologe, Forscher und Autor. Sein Impuls bildet den Auftakt für das Podium. Als Moderator der Wissenschaftssendung Agree to Disagree! auf arte bringt er seinem Publikum komplexe Themen auf verständliche Weise näher. Bertolt Meyer ist ohne linken Unterarm zur Welt gekommen und engagiert sich für eine inklusive Gesellschaft. Er forscht an der TU Chemnitz zu Vielfalt in der Gesellschaft und Arbeitswelt und zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. 2024 erhielt er den Preis des Deutschen Hochschulverbands als Hochschullehrer des Jahres.

Lisa Zocher, geboren in Leipzig, begann mit elf Jahren im Tanzlabor Leipzig, einer semiprofessionellen Company, zu tanzen und sammelte dort erste Erfahrungen im zeitgenössischen Tanz. Sie arbeitete in diversen Produktionen mit verschiedenen Choreograf*innen, wie unter anderem Gesa Volland, Marlen Schumann, Roman Windisch und Liron Dinovitz zusammen. Lisa Zocher ist seit der Gründung der FORWARD DANCE COMPANY 2020 Teil des Ensembles.

Pierre Zinke wurde in Dresden geboren und arbeitet seit 2014 als freischaffender Künstler. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er bei farbwerk e. V. in Dresden. Dort wirkte er in zahlreichen Produktionen im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden mit, darunter „Das Katzenhaus, Geh und rette die Welt“ sowie „Glück, glücklicher, am glücklichsten“. 2018 war er als Komparse in Adina Pintilies Dokumentarfilm „Touch Me Not“ zu sehen. 2023 wirkte er in der Produktion „Difference – Entspanntes Tanztheater für alle“ von Wagner Moreira an den Landesbühnen Sachsen mit. Darüber hinaus absolvierte Pierre Zinke am Tanzlabor Leipzig eine Qualifizierung zum Mixed-Abled-Tanzanleiter. Sein künstlerisches Verständnis beruht auf der Überzeugung, dass jeder Mensch tanzen und sich durch Bewegung ausdrücken kann.

Charlotte Orti von Havranek, Dramaturgin, Kuratorin und Produktionsleiterin, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und war Regieassistentin und Dramaturgin am Theater Vorpommern. Ab 2001 war sie Tanzdramaturgin, von 2007-2017 Schauspieldramaturgin am Staatstheater Braunschweig. Ab 2011 koordinierte sie in Braunschweig außerdem das von Barbara Engelhardt kuratierte europäische Festival für junge Regie Fast Forward und verantwortete das Rahmenprogramm des Festivals, dessen künstlerische Leiterin sie von 2018-2025 am Staatsschauspiel Dresden als Kuratorin war. In der Spielzeit 2026/2027 übernahm sie die Produktionsleitung für die Inszenierung NEUER VERSUCH der Fast Forward Preisträger 2024 Clément und Guillaume Papachristou.
18:3019:00
03. Nov
( Festival )
Filme über den Tellerrand
  • Eintritt frei
Das Thema “Einsamkeit” haben sich die Jungen Senior:innen aus Pieschen für ihr Programm ausgesucht. In „Cuckoo“ lebt ein einsamer Mann in einer Kuckucksuhr und muss jede Stunde hinaus, um „Kuckuck!“ zu rufen. “Edgar” ist seit zwei Jahren Witwer und möchte eine neue Arbeit finden. Stattdessen wird er zum Kaufhausdieb. Und im spanischen „Cocodrillo“ verfolgt eine Frau jeden Morgen den Livestream eines jungen Gamers. Kann aus einer Begegnung am Bildschirm echte Nähe entstehen? Der Animationsfilm “A TV-Movie” stellt klar: Ein Fernseher will fernsehen. Ein aussichtsloses Unterfangen? Von wegen! Edita zeigt georgische Filme:. In „Blood“ möchte der alte Nodar gemeinsam mit seinem Sohn das Haus seiner Vorfahren verkaufen. Doch kaum ist er zurück im Heimatdorf, werden Erinnerungen wach und der Abschied fällt plötzlich schwer. Auch in „Exodus“ geht es ums Fortgehen und Zurückbleiben: Lili könnte ihre Heimatstadt mit ihrer Tochter verlassen. Doch was wird dann aus ihrer Schwester Tatiana, die fürchtet, allein zurückzubleiben?

Ort: Hechtgarten, Bischofsplatz 1, 01097 Dresden
19:00
03. Nov
( Literatur )
Antisemitismus definieren. Anleitung zur Abgrenzung
  • Nikolas Lelle
  • Lesung
  • Eintritt frei
Während die Diskussionen um Antisemitismusdefinitionen immer unzugänglicher werden, hat die Ideologie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung nichts von ihrem Rätselcharakter verloren. Die Bestimmung und damit die Bekämpfung von Antisemitismus wird durch zahlreiche alltagspraktische wie akademische Mythen erschwert: Antisemitismus wird unter Rassismus subsumiert, zum Vorurteil gemacht, extremismustheoretisch gelesen oder zum Wahn erklärt. Obwohl diese Deutungsversuche etwas treffen, reduzieren sie Antisemitismus doch immer nur auf einen Teilaspekt. 

In »Antisemitismus definieren« machen der Sozialphilosoph Nikolas Lelle und der Sozialpsychologe Tom Uhlig diese Mythen produktiv. Sie fragen nach ihrer subjektiven und gesellschaftlichen Attraktivität und arbeiten ihren wahren Kern heraus, um einen Antisemitismusbegriff zu gewinnen, der dem Gegenstand gerecht wird.
19:0020:00
03. Nov
( Literatur )
Maria Clara Groppler
  • Maria Clara Groppler
  • Comedy
  • VVK 34,90
Ehefrau ist Maria zwar noch nicht, aber ein Hochzeitskleid hat sie sich für den Anlass trotzdem schon mal gekauft und wenn man es genau nimmt, war Maria auch bei ihrem 1. Program "JUNGFRAU" keine Jungfrau mehr und bei ihrem 2. Programm "MEHRJUNGFRAU", auch keine Mehrjungfrau. Tradition verpflichtet: Titel und Realität dürfen sich gern widersprechen.

Was allerdings klar ist: Viele Freundinnen und Freunde von Maria heiraten – und natürlich fragt sie sich dabei, ob sie das für sich selbst auch will oder ob das Konzept der Ehe mittlerweile etwas outdated ist? Will sie den Staat mit in die Beziehung holen und was ändert sich in der Beziehung, wenn man eh schon seit 6 Jahren zusammen ist? Hat man dann einfach noch weniger Sex?

Natürlich bleibt es nicht nur beim Thema Ehe. Das Programm ist thematisch so bunt wie ein Buffet, bei dem niemand weiß, was als Nächstes serviert wird, aber alles knallt. Vielleicht stößt man auch mal auf, aber genau das möchte Maria. An Grenzen gehen, Tabuthemen ansprechen. Es wird mal feministisch, mal peinlich und auch ihre eigenen Unzulänglichkeiten kommen nicht zu kurz. Alles immer im typischen Maria Stil: trocken, derb, schamlos, manchmal herrlich albern und vor allem: lustig.
19:0020:00
03. Nov
( Diskussion / Vortrag )
Podcat + Poodle - 10 Jahre Hotel Matze
  • Matze Hielscher
    Juli Zeh
  • VVK 28,20
2026 feiert der beliebteste Interview-Podcast Deutschlands sein zehnjähriges Jubiläum. Im Herbst 2016 erschien die erste Folge von Hotel Matze. Nach einem Jahrzehnt schaut Matze Hielscher auf eine beeindruckte Vielzahl an Gästen zurück – zwischen Journalismus, Wissenschaft, Politik, Philosophie, Sport, Kunst und Musik führte er bereits weit über 500 Gespräche. Hotel Matze bietet stets eine Fülle an namhaften Persönlichkeiten wie unter anderem Nina Chuba, Jürgen Klopp und Angela Merkel. Dabei ist er ein Podcast, der nicht nur von den Menschen vor den Mikrofonen lebt, sondern auch von denen, die zuhören.  

Nun überrascht Matze in diesem und im kommenden Jahr seine Zuhörer:innen mit acht Terminen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und feiert mit ihnen gemeinsam seinen zehnten Geburtstag. Auf welche Persönlichkeiten sich das Publikum bei den kommenden Live-Shows freuen kann, bleibt dabei bisweilen eine Überraschung, in Dresden wird er die Bestsellerautorin Juli Zeh zu Gast haben. 

Die Idee ist, das, was sonst im Studio passiert, gemeinsam in einem Raum zu erleben: Gespräche, die Zeit haben. Begegnungen, die sich entwickeln. Und ein Moment, in dem Zuhören etwas Gemeinsames wird. Dabei schafft Matze Hielscher eine warme Atmosphäre auf Augenhöhe und das Publikum erlebt es hautnah.

Matze Hielscher
Matze Hielscher stellt am allerliebsten Fragen und ist besonders gut darin, andere ausreden zu lassen. Seit 2016 macht er das auch vor dem Mikrofon in seinem Podcast Hotel Matze. Dort spricht er mit Menschen, die ihn interessieren, und stellt Fragen, deren Antwort ihn wirklich interessiert. Zu Gast waren unter anderem Jürgen Klopp, Angela Merkel, Felix Lobrecht, Barbara Schöneberger, Hape Kerkeling, Markus Lanz, Nina Chuba und Ferdinand von Schirach. Aber  auch weniger prominente Expert*innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen checken regelmäßig im Hotel Matze ein.

Wenn er gerade keine Fragen stellt, schreibt er Bücher oder denkt sich Kartenspiele aus, die am Ende natürlich auch wieder mit guten Fragen zu tun haben. Matze ist in Brandenburg aufgewachsen und war früher Bassist der Band Virginia Jetzt!. Heute ist er Hoteldirektor – und außerdem Mitgründer des digitalen Stadtmagazins Mit Vergnügen. Er lebt mit seiner Frau, seinem Sohn und Hund Brinkmann in Berlin

Juli Zeh
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig, promovierte im Europa- und Völkerrecht und hielt sich länger in New York und Krakau auf. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«, am 14. Oktober 2026 erscheint ihr neuer Roman „Pony Show“ ebenda.
19:0020:00
03. Nov
( Konzert )
Maria Clara Groppler - Ehefrau
  • Maria Clara Groppler
  • Comedy
  • VVK 34,90
Ehefrau ist Maria zwar noch nicht, aber ein Hochzeitskleid hat sie sich für den Anlass trotzdem schon mal gekauft und wenn man es genau nimmt, war Maria auch bei ihrem 1. Program "JUNGFRAU" keine Jungfrau mehr und bei ihrem 2. Programm "MEHRJUNGFRAU", auch keine Mehrjungfrau. Tradition verpflichtet: Titel und Realität dürfen sich gern widersprechen.

Was allerdings klar ist: Viele Freundinnen und Freunde von Maria heiraten – und natürlich fragt sie sich dabei, ob sie das für sich selbst auch will oder ob das Konzept der Ehe mittlerweile etwas outdated ist? Will sie den Staat mit in die Beziehung holen und was ändert sich in der Beziehung, wenn man eh schon seit 6 Jahren zusammen ist? Hat man dann einfach noch weniger Sex?

Natürlich bleibt es nicht nur beim Thema Ehe. Das Programm ist thematisch so bunt wie ein Buffet, bei dem niemand weiß, was als Nächstes serviert wird, aber alles knallt. Vielleicht stößt man auch mal auf, aber genau das möchte Maria. An Grenzen gehen, Tabuthemen ansprechen. Es wird mal feministisch, mal peinlich und auch ihre eigenen Unzulänglichkeiten kommen nicht zu kurz. Alles immer im typischen Maria Stil: trocken, derb, schamlos, manchmal herrlich albern und vor allem: lustig.
19:0020:00
03. Nov
( Konzert )
Betreutes Singen
  • Demian Kappenstein
    Reentko Dirks
  • Pop
  • VVK 18,70
Seit fast zehn Jahren laden Demian Kappenstein und Reentko Dirks einmal monatlich ans imaginäre Lagerfeuer zum geselligen Singen quer durch die Geschichte der Popmusik. Kurzweilig und stets mit einem Augenzwinkern begeben sie sich mit Euch zusammen auf eine Expedition in die Weiten eures musikalischen Horizontes auf der Suche nach goldenen Melodien. Kein Abgrund ist zu Tief, keine Ton zu hoch - egal ob Rolad Kaiser oder Peter Fox, ob Bon Jovi oder Pipi Langstrumpf - wichtig ist nur die Freude am gemeinsamen Intonieren der Fundstücke. Ihr wünscht Euch einfach eure Lieblingssongs, Reentko, dem man nachsagt, auf Zuruf an die 2000 Stücke spielen zu können, begleitet an der Gitarre, Demian moderiert und weiß die Cajón zu spielen. Den Songtext gibt´s der Einfachheit halber an die Wand projiziert. Ihr singt. Fertig!

Was 2017 ganz lauschig in der scheune seinen Lauf nahm, hat sich mittlerweile zu einem der beliebtesten patizipativen Mitsingformate des Landes entwickelt. Das gemeinsame Singerlebnis mit viel Humor konnten weder fünf Jahre scheune-Baustelle noch eine Pandemie niederringen, die Beliebtheit des Formats wuch und wuchs, und so gibt es neben Special-Shows im Kulturpalast oder bei den Filmnächten am Elbufer auch mittlerweile einen regelmäßgen Ableger in Berlin. Ab Oktober 2026 kehrt das Betreute Singen zurück an seinen Ursprung in die frisch sanierte scheune, dann auch wieder mit einem Lagerfeuer! 

Wir freuen uns drauf, mit euch zu singen!
19:0020:00
03. Nov
( Konzert )
Shelter Boy
Die rauen Vocals sind geblieben, alles andere ist neu. SHELTER BOY, bislang bekannt als englischsprachiger Musiker, der mit verträumten Gitarrenklängen Indie-Pop Songs zum Schimmern brachte, setzt nun mit deutschsprachigen Indie-Rock einen ganz neuen Akzent in seiner Karriere. Die erste Vorabsingle "Asche" läutet diese Ära beeindruckend ein. Der Beat, treibend wie eine nie zu Ende gehende Nacht, Lyrics die noch lange nachhämmern und dank der Stimme von SHELTER BOY so direkt wie noch nie ankommen. Es überrascht wenig, dass Kraftklub ab dem ersten Ton große Fans dieser neuen, deutschsprachigen Werke sind und SHELTER BOY mehrmals auf ihrer "Sterben in Karl-Marx-Stadt" Tour dieses Jahr als Support Act einluden. Obwohl diese neuen Songs bis dato noch nicht mal veröffentlicht waren. "Eigentlich wollte ich es schon länger mal ausprobieren auf Deutsch Songs zu schreiben, weil sich das für mich komplett raus aus meiner Komfortzone anfühlt und da wird’s ja erst spannend für einen selber! Dazu passt auch wunderbar das Zitat von David Bowie: ´If you feel safe in the area you’re working in, you’re not working in the right area…´ " Im November präsentiert SHELTER BOY seine neuen Songs dann auch in verschiedenen Clubs in Deutschland.
19:0020:00
03. Nov
( Konzert )
Facing Walter
  • Facing Walter (Dresden)
    Akoasma (Dresden)
  • Metal
  • ab 6,-
 
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