18:0018:30
19. Feb
( Diskussion / Vortrag )
Queering Architecture - erbaute Visionen und gelebte Praxen
  • Rosanna Umbach
  • Eintritt frei
In den 1960er Jahren werden über feministische Interventionen ins politisch gefasste Private patriarchale Grundrisse aufgebrochen. Architekt_innen und Künstler_innen thematisieren das Häusliche als eine von (vergeschlechtlichten) Differenzlinien und Herrschaftsformationen durchzogene Sphäre und entwerfen ausgehend von historischen Vorbildern utopische und politische Raumstrukturen. Zur selben Zeit entwickeln ‚männliche‘ Architektengruppen wie Haus-Rucker-Co visionäre Architekturen, die den (Wohn-)Raum (hetero-)sexuell konnotieren und geschlechtlich codieren. Der Vortrag nährt sich visionärer Architektur als Diskus- und Praxisfeld an, spürt politischen Auf- und Umbrüchen nach und stellt historische und zeitgenössische queer_feministische Raumpraxen vor. 

Rosanna Umbach ist Kunstwissenschaftlerin und forscht zum Verhältnis von Wohnen und Gender in Kunst, Architektur und Gesellschaft. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) an der Universität Bremen in Kooperation mit dem Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender und unterrichtet an verschiedenen internationalen Universitäten und Hochschulen. Sie ist Redakteurin bei der FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur. Gemeinsam mit Amelie Ochs arbeitet sie im Projekt Wohnen mit Klasse an den Interdependenzen von Wohnen und Klasse/Klassismus. Ihre Forschungsschwerpunkte sind queer_feministische Kunst/Wissenschaft und Architektur/Theorie, Wohn- und Stadtraumpolitiken sowie Diskurse von Sexualität, Arbeit und Körper in Kunst, visueller Kultur und Architektur. In ihrem Habilitationsprojekt untersucht sie Erotische InExterieurs und das Verhältnis von Sexualität, Raum und Geschlecht von der Moderne bis in die Gegenwart. Als Mariann-Steegmann-Stipendiatin hat sie zu visuellen Politiken des Familialen in der Zeitschrift Schöner Wohnen (1960–1979) promoviert. 2025 erscheint ihre Dissertation Un/Gewohnte Beziehungsweisen. Visuelle Politiken des Familialen in der Zeitschrift »Schöner Wohnen«, 1960–1979 im transcript Verlag.
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